Mein Name blieb auf der Rechnung
Ich zahlte 1 Euro in unsere neue Gesellschaft mit beschränkter Haftung ein. Der Holzhändler hielt noch eine Rechnung über 12.000 Euro, auf der meine Unterschrift stand. Italien hatte die Altersgrenze abgeschafft, die mich von der Gründungsurkunde ferngehalten hatte. Ich bat ihn, meine Schwester und mich von der alten Schuld zu befreien. Er sah auf das Stammkapital von 2 Euro und sagte: „Nein.“

Der Händler zeigt auf die Bestellung, die wir im Jahr zuvor unterschrieben hatten.
Bologna, Juli 2013. Drei Empfangstresen aus Eiche standen unter einer Plane in unserer Werkstatt. Dem Hotelentwickler war das Geld ausgegangen, bevor er die Lieferung abnahm. Der Holzhändler ließ uns jeden Monat ein wenig zahlen. Meine Schwester und ich hatten seine Bestellung im letzten Herbst auf unsere eigenen Namen unterschrieben, als ich 36 war und zu alt, um der neuen vereinfachten Gesellschaft beizutreten.
Meine Schwester kam mit einer Zeitung herein, aufgeschlagen auf der Wirtschaftsseite. „Die Altersgrenze ist weg.“ Ich ließ sie es zweimal sagen.
Wir kehrten an den Schreibtisch der Notarin zurück und unterschrieben eine Standardurkunde mit unseren Namen nebeneinander. Jeder von uns legte einen Euro Stammkapital ein und zahlte die übrigen Gründungskosten. Als unsere Gesellschaft im Register erschien, fuhr ich mit dem Daumen über meinen Namen auf den Papieren.
Ich brachte sie zum Holzhändler. „Die Gesellschaft soll den Rest übernehmen“, sagte ich. „Befreien Sie uns von der alten Bestellung.“ Er legte die neuen Papiere neben die Rechnung, die beide Unterschriften trug, und schob mir diese Rechnung wieder zu.
„Die Gesellschaft kann mich bezahlen“, sagte er. „Ihre Namen bleiben hier, bis ich bezahlt bin.“
Ich zog die Plane von einem Tresen. „Nehmen Sie die gegen den Rest.“ Er schüttelte den Kopf. Er verkaufte Holz, keine Hoteleinrichtungen. Er hatte jedes Brett geliefert, das ich verlangt hatte, und seine Arbeiter brauchten noch ihren Lohn.
Ich öffnete den Umschlag, den wir für eine gebrauchte Plattensäge gefüllt hatten, und gab ihm die Zahlung für diesen Monat. Er zählte sie und schrieb den restlichen Saldo auf unsere alte Bestellung.
Nachdem er gegangen war, hängte meine Schwester unseren Gesellschaftsnamen über die Werkstatttür. Ich trug die alte Rechnung im Mantel nach Hause.
Hast du schon einmal erlebt, dass die spätere Gründung einer Gesellschaft eine Schuld nicht aufheben konnte, die du persönlich unterschrieben hattest?